Besucht:19. Juli 2018
Geschichte:Zaječice (deutsch Saidschitz) ist eine Ortschaft, die zur Gemeinde Bečov gehört und etwa 6,5 km südöstlich der Stadt Most liegt. Die erste schriftliche Erwähnung dieser Ortschaft konnte ich nicht ausfindig machen, doch das späteste Datum, das ich finden konnte, war das Jahr 1613, als dieses Dorf zusammen mit Bečov im Besitz von Vilém von Lobkovic war. Anschließend traf dieses Dorf im Jahr 1680 ein schwerer Schlag in Form der Pest, die fast das gesamte Dorf auslöschte. Während seiner gesamten Existenz war dieses Dorf überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Im Jahr 1717, als der Leibarzt des preußischen Herrschers, Dr. Friedrich Hoffman, das hiesige Gut besuchte, entdeckte er hier eine einzigartige Quelle, deren Wasser bis heute unter dem Namen „Zaječická hořká voda“ (bitteres Wasser aus Zaječice) verkauft wird. Dieses Dorf erlangte nie vollständige Selbstständigkeit; als 1848 der Feudalismus endete, wurde es zu einer Ortschaft der Kleinstadt Bečov, unter deren Verwaltung es bis heute steht. Seinen Bevölkerungshöchststand erreichte das Dorf im Jahr 1930, als hier 170 Einwohner lebten; doch dann kam der Zweite Weltkrieg und die Vertreibung der deutschen Bevölkerung, woraufhin Menschen aus dem Landesinneren hier angesiedelt wurden. Dadurch lebten hier im Jahr 1950 nur noch 116 Einwohner.
Zaječice bei Bečov wurde durch eine Mineralquelle bekannt, die bereits im 18. Jahrhundert bekannt war und sich nordwestlich des Ortes befindet. Der Geologe und Balneologe Franz Ambroz Reuss, der als Arzt im Kurort Bílinská kyselka bei Bílina tätig war, bestätigte die heilende Wirkung nicht nur des Bílinská-Mineralwassers, sondern auch des hiesigen Bitterwassers und trug maßgeblich zum Ruhm und zur breiten Nutzung der Mineralquellen bei. Das Wasser von Zaječice gehört aufgrund seiner Zusammensetzung zu den stark mineralisierten Mineralwässern vom Sulfat-Magnesium-Typ, ist gelblich, geruchlos und hat einen ausgeprägten bitteren Geschmack. Das Wasser hat abführende und entzündungshemmende Wirkungen und eignet sich besonders für eine längerfristige Einnahme bei chronischer Darmschwäche und anderen Beschwerden. Das hiesige Mineralwasser gehört zur gleichen Kategorie wie Vincentka, Bílinská kyselka, Mlýnský pramen, Šaratice oder Rudolfův pramen. In Zaječice entstand eine Abfüllanlage, die begann, das Mineralwasser unter dem Namen Zaječická hořká voda zu verkaufen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde aus der Mineralquelle bitteres Glaubersalz gewonnen, dessen Zusammensetzung auch als Bittersalz bekannt ist und das unter dem Handelsnamen BILINER DIGESTIVE PASTILLES verkauft wurde. Dank der positiven Wirkungen der Salze aus Sedlice und Zaječice begann man weltweit mit der Herstellung chemischer Präparate unter dem Namen „Seidlické prášky“, die teilweise die verdampften Salze aus der Bílinská kyselka und dem Zaječická hořká voda nachahmten. Die Seidlitz-Pulver hatten jedoch außer dem Namen nichts mit diesem Ort zu tun. Nach der Verstaatlichung der Bílinské-Bäder und der Mineralwasserproduktion wurde die örtliche Abfüllanlage zu einer Zweigstelle des dortigen Staatsbetriebs Bílinská kyselka, der als privates Unternehmen bis heute das Zaječické hořké Wasser herstellt.
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/Zaječická_hořká
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/Zaječice_ (Bečov)
Quelle:http://www.oubecov.cz/o-obci-becov/historie-obce/?ftresult=zaje%C4%8Dice
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/Volevčice_ (Landkreis Most)
Eindrücke:Ein winziges Dörfchen, in dem man leider nicht zur Quelle gelangen konnte, aber trotzdem gibt es hier etwas Interessantes zu sehen.