Besucht:18. Juli 2018
Geschichte:Ursprünglich säumten sieben barocke Nischenkapellen den Weg von Libkovice zur Wallfahrtskirche in Mariánské Radčice; sie bildeten einen Komplex, der die sieben Schmerzen der Jungfrau Maria darstellte. Die Kapellen wurden zwischen 1725 und 1742 aus Spenden der Pilger errichtet, mit Ausnahme der mittleren, die als Abts- oder Herrenkapelle (Herrenkapelle) bezeichnet wurde. Diese ließ Abt Jeroným Besnecker vom Kloster Osek errichten, in dessen Besitz Libkovice bis zum Jahr 1848 waren. Das Zisterzienserkloster in Osek war auch Verwalter des Wallfahrtsgeländes mit der Kirche der Schmerzensreichen Jungfrau Maria in Mariánské Radčice, zu der von Osek aus zwei Zweige dieses historischen barocken Wallfahrtswegs führten. Der östliche Zweig ist infolge des Bergbaubetriebs im Bergwerk Bílina größtenteils verschwunden. Seine ursprüngliche Route führte von Osek nach Mariánské Radčice durch die heute nicht mehr existierenden Ortschaften Hrdlovka und Libkovice. Der westliche Zweig ist erhalten geblieben und verläuft parallel zur Staatsstraße nach Mariánské Radčice durch die Ortschaft Lom. Der Architekt der Kapellen war Oktavián Broggio; als Baumaterial wurden verputztes Mischmauerwerk und Sandstein verwendet. Ende der 1980er Jahre wurden die vier erhaltenen Kapellen nach Vtelno zur Kirche der Kreuzerhöhung verlegt, da Libkovice aufgrund des Kohleabbaus abgerissen wurde. In den Jahren 1989 bis 1990 restaurierten die akademischen Bildhauer Michael Bílek und Bohumil Zemánek die gemauerten Kapellen.
I. Nischenkapelle – Die Beschneidung Christi im Tempel Die Kapelle stand ursprünglich in Libkovice hinter dem Bahnübergang an der Straße von Mariánské Radčice, gegenüber dem Haus Nr. 133. Sie wurde nach 1720 auf Geheiß des Abtes Benedikt Littwerig vom damaligen Pfarrer von Mariánské Radčice, Prokop Wolf, erbaut. Die Kapelle ist durch Pilaster mit Kapitellen im Stil der ionischen Ordnung gegliedert und wird von einem Segmentgiebel mit Voluten abgeschlossen. Das Dach war ursprünglich mit weiteren Statuen verziert.
II. Nischenkapelle – Flucht nach Ägypten Die Kapelle stand seit 1724 an der Straße beim Friedhof von Libkovice. Sie ist durch Pilaster mit Akanthuskapitellen und Voluten an den Ecken gegliedert und wird von einem niedrigen dreieckigen Giebel gekrönt. Im Jahr 1915 wurde sie vom Bauunternehmen D. Ferber in Teplice-Šanov renoviert, wobei die Kosten gemäß einem im Ersten Weltkrieg gegebenen Versprechen vom Fabrikanten Schick aus Litvínov getragen wurden.
III. Nischenkapelle – Der zwölfjährige Jesus im Tempel unter den Gelehrten Die Kapelle verfügt über eine flache Nische, die an den Ecken erneut mit Pilastern mit Kapitellen im Stil der ionischen Ordnung verziert ist, die von einem Giebel in Form eines stark profilierten Eselsrückens mit einer Kugel an der Spitze gekrönt werden. Sie stand in der Nähe der Kirche in Libkovice.
IV. Nischenkapelle – Kreuztragung Die Kapelle ließ der Abt von Osek, Jeroným, um das Jahr 1727 errichten. In der gerahmten Füllung befindet sich ein Reliefbild mit zwei Putten in den oberen Ecken. Einer von ihnen hält eine Perle, die Figur rechts einen Nagel oder eine Zange. Auf der Konsole auf der linken Seite befindet sich die Figur einer klagenden Frau (der Jungfrau Maria), auf der rechten Seite fehlt die Skulptur. Vier Pilaster enden in Akanthuskapitellen. Von den Seitensäulen, die ein stark profiliertes Gebälk trugen, das von einem Segmentgiebel mit einem Steinwappen in einer Kartusche in der Mitte gekrönt wurde, sind nur noch die runden Sockel erhalten. Auf der rechten Seite des Gebälks befindet sich ein Putten, auf der Spitze des Giebels eine kleine figürliche Skulptur. Die Kapelle wurde 1831 renoviert und weiterhin vom Kloster in Osek unterhalten. Im Jahr 1941 wurden zwei Säulen durch Vandalismus zerstört, im Jahr 1942 wurde eine der seitlichen Figuren heruntergeworfen.
V. Nischenkapelle – Christus am Kreuz Nicht erhaltene Kapelle. Sie wurde 1940 abgerissen, da sie eingestürzt war.
VI. Nischenkapelle – Die Kreuzabnahme Jesu Christi Die heute nicht mehr erhaltene Kapelle wurde 1725 erbaut, 1832 von Freiwilligen restauriert und instand gehalten. Dennoch ereilte sie ein unglückliches Schicksal. Im Jahr 1915 stürzte sie ein, noch im selben Jahr wurde sie repariert. Da sie jedoch auf sehr feuchtem Untergrund stand, wurde sie, als sie 1940 erneut einstürzte, ebenfalls abgerissen.
VII. Nischenkapelle – Jesus Christus im Grab Die nicht erhaltene Kapelle wurde 1725 errichtet und vom damaligen Pfarrer Prokop Wolf geweiht. Im Jahr 1832 wurde sie wie die anderen Kapellen von Freiwilligen renoviert, 1915 dann von der Baufirma D. Feber in Teplice. Die Kosten dafür trug ebenfalls der Fabrikant Viktor Schick.
Quelle:https://www.mesto-most.cz/vyklenkove-kaple-sedmi-bolesti-panny-marie-ve-vtelne/d-4186
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/Poutní_cesta_z_Von_Libkovice_nach_Mariánské_Radčice_
Eindrücke:Wunderschöne und reich verzierte Kapellen – schade nur, dass nur vier davon erhalten geblieben sind.