Besucht:19. Juli 2018
Geschichte:Šumná (deutsch Rauschengrund) ist ein kleines Dorf, das etwa 1 Kilometer nördlich von Litvínov liegt. Die erste schriftliche Erwähnung von Šumná stammt erst aus dem Jahr 1570. Bis 1848 gehörte das Dorf zum Waldstein-Gut Duchcov und wurde danach zu einer Ortschaft der Stadt Horní Litvínov. Der Ort liegt am Bílý potok, an dem in der Vergangenheit mehrere Mühlen und ein Hämmerwerk errichtet wurden, in dem unter anderem Gewehrläufe hergestellt wurden. Im Jahr 1829 begann der Unternehmer Wilhelm Marbach aus Sächsische Kamenice (Chemnitz) im Ort mit dem Bau einer Textilfabrik, in der die Maschinen durch ein Wasserrad angetrieben wurden. Die Siedlung Šumná sowie die nahegelegenen Siedlungen Horní Ves und Písečná waren nur klein, und erst durch den industriellen Aufschwung gewann Šumná an Bedeutung. Im Jahr 1908 reichten die Einwohner der Siedlung Šumná einen Antrag auf Selbstständigkeit ein, doch erst 1916 wurde der Antrag bewilligt und Šumná wurde zu einer eigenständigen Gemeinde mit den Siedlungen Horní Ves und Písečná. Zu dieser Zeit lebten im Dorf 371 Einwohner. Die hiesige Bevölkerung war deutsch, und die meisten Einwohner waren bei der Firma Marbach-Riecken und in den nahegelegenen Sägewerken beschäftigt. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1930, lebten hier insgesamt 337 Einwohner. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die örtlichen Arbeiter zum Militär eingezogen und durch Zwangsarbeiter ersetzt. Insgesamt wurden in Šumná in den Jahren 1942–1945 287 Ausländer verschiedener Nationalitäten eingesetzt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in Šumná ein lokales Nationalkomitee eingerichtet. Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung sank die Einwohnerzahl, da hier traditionell weit weniger Tschechen als Deutsche lebten. Die Gemeinde hatte nicht einmal einen eigenen tschechischen Namen. Bis zum Jahr 1947 hieß sie in tschechischer Schreibweise „Raušengrund“. Die Eigenständigkeit der Gemeinde endete im Jahr 1949, als sie zusammen mit beiden Weilern der neu gegründeten Stadt Litvínov als deren Teil „Litvínov V“ angegliedert wurde. Die Vertreibung und weitere Ereignisse führten dazu, dass die Einwohnerzahl im Jahr 1950 bei 241 lag; in der Folge ging die Einwohnerzahl weiter zurück. Im Jahr 2001 sank die Einwohnerzahl sogar auf 75, stieg jedoch bereits 2011 wieder auf 214 an.
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/%C5%A0umn%C3 % A1_(Litauen)
Eindrücke:Ein winziges Dörfchen, dessen Wahrzeichen eine ehemalige Textilfabrik mit einer Villa ist, die am Ortseingang steht.