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Mariánské Radčice – Begräbnisstätte beim Bergwerk Bílina

Informationen

Besucht:19. Juli 2018

Geschichte:Auf einem kleinen Hügel bei Mariánské Radčice wurden in den 1950er Jahren beim Pflügen mittelalterliche Grabsteine gefunden, die Personen von höherem Stand gehörten. In den Jahren 1983–1988 fanden hier kleinere Erkundungs- und archäologische Untersuchungen statt. Diese Untersuchungen ergaben, dass sich hier entweder eine Holzkirche auf Steinfundamenten oder ein Steinhaus im Stil der Hochgotik aus der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert befand. Im Jahr 2013 begann eine archäologische Untersuchung aufgrund der Ausweitung des Abbaus im Bergwerk Bílina, das dieses Gebiet letztendlich verschlingen wird. Es wurde festgestellt, dass diese gesamte Begräbnisstätte aus dem 11. Jahrhundert stammt und die Bestattungen hier im 13. Jahrhundert eingestellt wurden. Diese Begräbnisstätte ist in Böhmen einzigartig, da Begräbnisstätten hier sonst meist klein sind und nur Dutzende von Gräbern umfassen. hier wurden bis zum Jahr 2017 insgesamt 750 Gräber gefunden, und es wird geschätzt, dass es hier insgesamt 2000 Gräber gibt. Es ist also ein kleines Rätsel, warum es hier so viele Gräber gibt? Diese Frage beantwortete der Archäologe und Historiker Tomáš Velínský, der aufgrund der Funde vor Ort und der Lage des Hügels zu dem Schluss kam, dass diese Grabstätte die zentrale Begräbnisstätte für Most, Bílina oder Osek war. All diese Orte waren vom Gipfel dieses Hügels aus zu sehen, und so brachten die damaligen Slawen ihre Toten an diesen Ort, auch wenn sie kilometerweit entfernt waren. Was die Funde betrifft, so wurden hier slawischer Schmuck, eine Speerspitze, aber auch Münzen gefunden. Bei den Münzen handelte es sich um vier Denare, die irgendwann zwischen 1061 und 1085 unter der Herrschaft von Fürst Vratislav geprägt wurden. Dank der Funde lässt sich auch eine gewisse Analogie erkennen: Die meisten Leichen wurden mit dem Kopf nach Osten ausgerichtet, was der christlichen Tradition entsprach, doch es wurden weiterhin bestimmte heidnische Bräuche beibehalten, wie zum Beispiel Dolche oder eine Münze in der rechten Hand, um die Reise ins Jenseits zu bezahlen. Interessant ist auch das Grab eines Mannes, den die Menschen seiner Zeit für einen Vampir hielten, weshalb er ohne Füße begraben wurde; an deren Stelle befand sich ein Mühlstein. Dieses Vampirgrab ist auf dem dritten Foto zu sehen.

Quelle:https://teplicky.denik.cz/z-regionu/obrovsky-unikat-archeologove-nasli-na-mostecku-upira-20150812-pi9t.html

Quelle:https://www.idnes.cz/usti/zpravy/obri-stredoveke-pohrebiste-u-marianskych-radcic.A160909_2272082_usti-zpravy_vac2

Quelle der letzten beiden Fotos: https://teplicky.denik.cz/z-regionu/obrovsky-unikat-archeologove-nasli-na-mostecku-upira-20150812-pi9t.html

Quelle der letzten beiden Fotos: https://www.idnes.cz/usti/zpravy/obri-stredoveke-pohrebiste-u-marianskych-radcic.A160909_2272082_usti-zpravy_vac2

Eindrücke:Ein interessanter Ort, den ich leider nicht besuchen konnte und der wahrscheinlich irgendwann verschwinden wird.

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