Besucht:19. Juli 2018
Geschichte:Die Gründung dieses Wallfahrtsortes reicht bis ins Jahr 1278 zurück, als hier eine kleine Kapelle stand. Zu dieser Zeit herrschte im Land große Unruhe, da König Přemysl Otakar II. verstorben war. Dies nutzten die Truppen des deutschen Kaisers Rudolf II., um in Böhmen einzufallen und das Gebiet zu verwüsten. Deshalb suchten die Bewohner der Umgebung sowie einige Mönche aus dem bereits niedergebrannten Kloster Osecko Zuflucht in dieser kleinen Kirche und beteten zur Jungfrau Maria. Diese erhörte sie wahrscheinlich, denn die Truppen umgingen sie zufällig. Aus Dankbarkeit ließ der Abt des Klosters Osek, Teodorik II., im Jahr 1280 nach einer Version eine Holzstatue der Jungfrau Maria, nach einer anderen Version ein Bild der Jungfrau Maria anfertigen. So oder so wurde dieses Objekt als wundertätig sehr verehrt. Bereits im Jahr 1289 bestätigte Papst Nikolaus IV. dies und empfahl den Gläubigen, diese Kirche zahlreich zu besuchen. Nach und nach fanden so Wallfahrten statt und es geschahen Wunder. Die örtliche Kirche überstand die Hussitenkriege, und trotz der Zeit des Protestantismus wurde diese Kirche zu einer Hochburg des Katholizismus und der Marienverehrung. Leider ging das ursprüngliche Gemälde oder die Statue verloren und wurde daher durch eine neue Statue aus den Jahren 1510–1520 ersetzt, die bis heute verehrt wird. Im Jahr 1626 kehrten die Zisterzienser wieder in das Kloster in Osek zurück und belebten im Laufe des 17. Jahrhunderts die Pilgerwege zu dieser Kirche wieder. Im Laufe des 18. Jahrhunderts erreichten die Pilgerfahrten hier ihren Höhepunkt, und so ließ Abt Benedikt Littweich eine neue Barockkirche mit Kreuzgang errichten. Der Grundstein wurde 1698 gelegt, und der Bau wurde 1718 fertiggestellt. Der gesamte Barockkomplex entstand nach den Plänen der Architekten Jean Baptiste Mathey und Oktavian Broggio. Ende des 18. Jahrhunderts ließ Abt Mautituis Elbe die Kreuzgänge ausmalen; zu dieser Zeit entstanden auch die Heiligenfiguren im Inneren des Areals sowie die Altäre und Gemälde. Im Jahr 1857 ließ Abt Athanasius Bernhard eine neue Glocke gießen, als Ersatz für die alte, rissige, und ließ anschließend die Kirche renovieren. In den 1880er Jahren wurde der Komplex erneut renoviert, wobei auch die Kirche hinsichtlich der Dekoration und der Gestaltung der Altäre umgestaltet wurde. Die Umgestaltung des Hauptaltars, wie er heute aussieht, wurde 1910 abgeschlossen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung wurde die Kirche nicht mehr instand gehalten, und unter der neuen kommunistischen Regierung wurden auch die örtlichen Wallfahrten eingestellt. Dadurch verfiel die Kirche langsam, obwohl sie 1971 teilweise renoviert wurde; dennoch verfiel sie in der Folgezeit erneut, bis sie schließlich baufällig wurde. Nach dem politischen Umbruch im Jahr 1989 kehrten die Zisterzienser nach Osek zurück, wodurch die Wallfahrten wieder aufgenommen wurden, die seit 1994 jeden 13. des Monats stattfinden.
Quelle:https://www.marianske-radcice.com/dom%C3%A1c%C3%AD-%C4%8Desk%C3%BD/historie/
Quelle:Bildungstafel
Eindrücke:Ein interessanter Ort, der nach und nach wieder zu seinem früheren Glanz zurückfindet, auch wenn er nie mehr ganz so sein wird wie früher.