Besucht:21. Juli 2018
Geschichte:Malý Háj (deutsch Kleinhan) ist ein Ortsteil der Stadt Hora Svaté Kateřiny im Bezirk Most in der Region Ústí nad Labem. Er liegt etwa 3 km südlich von Hora Svaté Kateřiny auf einer Höhe von 835 Metern. Der ursprüngliche Name des Dorfes Stolzenhan setzt sich aus zwei Wörtern zusammen. Der erste Teil, „stolz“, stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet „hochmütig“ oder „prächtig“. Das zweite Wort, „hain“ (Wäldchen), ist eine altböhmische Bezeichnung für einen herrschaftlichen Wald. Der Name Kleinhain tauchte erst Ende des 18. Jahrhunderts auf. Die älteste schriftliche Erwähnung von Malý Háj stammt aus dem Jahr 1549, als das Gebiet zum Gut Červený Hrádek bei Jirkov gehörte. Das Gebiet wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf Wunsch der Besitzer des Guts Červený Hrádek von Siedlern aus Westfalen besiedelt. So entstanden nicht nur die Siedlung Malý Háj, sondern auch Rudolice v Horách. Die neuen Bewohner lebten von der Herstellung von Holzkohle. Auch in den folgenden Jahrhunderten lebte die Bevölkerung von der Holzverarbeitung. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges zog eine schwedische Garnison durch diese Gegend, die hier ihr Lager aufschlagen musste, da die Soldaten an Typhus erkrankt waren. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wird berichtet, dass hier Häusler lebten, vier Hütten leer standen und eine niedergebrannt war. Im Jahr 1766 besuchte Kaiser Joseph II. dieses Dorf, dem die Einwohner klagten, wie hart die Winter hier seien und dass die Kinder deshalb nicht zur Schule in Hora sv. Kateřiny gehen könnten, und fragten, ob es nicht möglich wäre, hier eine eigene Schule einzurichten. Der Kaiser versprach ihnen nicht nur dies, sondern auch, dass hier eine Kirche gebaut werden sollte. Mit beiden Aufgaben wurde der Besitzer des Gutshofs Červený Hrádek betraut, der sich darum kümmern sollte. Das Holz aus der Gegend wurde auch ins benachbarte Sachsen exportiert, aber hier fand auch die Herstellung von Holzspielzeug statt. Malý Háj blieb bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahr 1848 Teil des Guts Červený Hrádek. Im Jahr 1869 wird berichtet, dass hier insgesamt 142 Einwohner in 28 Häusern lebten, was im Grunde auch den Höhepunkt der Besiedlung darstellte. Ab 1896 gehörte Malý Háj als Weiler zu Rudolice v Horách. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1930, lebten hier insgesamt 93 Einwohner. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der Vertreibung der deutschen Bevölkerung und der Ansiedlung von Menschen aus dem Landesinneren lebten hier im Jahr 1950 nur noch 15 Einwohner in 8 Häusern, und so wurden die verlassenen Gebäude abgerissen, sodass Malý Háj heute nur noch aus wenigen Häusern besteht, die vor allem zu Erholungszwecken genutzt werden. Im Jahr 1953 wurden Malý Háj und Rudolice v Horách zu Ortsteilen von Hory Svaté Kateřiny. Im Jahr 2011 wird angegeben, dass hier insgesamt 9 Einwohner in 4 Häusern lebten.
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/Mal%C3%BD_H%C3%A1j
Quelle:http://rangiroa.sweb.cz/hoska/malyhaj.html
Quelle:http://www.zanikleobce.cz/index.php?detail=1449051
Eindrücke:Ein winziges, fast ausgestorbenes Dörfchen, in dem es ein paar Sehenswürdigkeiten gibt.