Besucht:20. Juli 2018
Geschichte:Früher befand sich in dieser Gegend ein alter Stollen aus dem 14. bis 16. Jahrhundert; aufgrund des Bergbaus setzte sich dieser Stollen nach seiner Aufgabe mit Wasser voll und verschwand im Laufe der Zeit. Früher stand an dieser Stelle das Haus Nr. 140, in dem Josef Kempe lebte, der im Jahr 1823 eisenhaltiges Wasser entdeckte, das aus den überfluteten Spalten dieses Stollens stammte. So beschloss er, an dieser Stelle die sogenannten Kleinen Bäder zu gründen. Er fing das Wasser in einem Holzanbau auf, in dem er im Laufe des Jahres 1835 nach und nach sechs Badewannen installierte. Die Besucherzahlen waren hier nicht besonders hoch, obwohl sich hier eine Reihe von Patienten von Rheuma erholte. Aus diesem Grund versuchte der nächste Besitzer namens František Chlouba, diese Bäder attraktiver zu gestalten, und beauftragte daher Dr. Stern, die heilende Wirkung der Quellen zu untersuchen. Im Jahr 1877 erwarben das Ehepaar Walter diese Bäder und ließ ein Stockwerk an das Gebäude anbauen, doch bereits in den Jahren 1914 – 1921 wurde der Betrieb der Kuranstalt infolge des Ersten Weltkriegs eingestellt, und im Jahr 1924 versiegten die Quellen, woraufhin der Betrieb geschlossen wurde. Anschließend versuchte der neue Besitzer Gustav Guttwald im Jahr 1925, mithilfe von Bohrungen eine neue Quelle zu finden, was ihm auch gelang, sodass das Kurhaus 1928 wiedereröffnet wurde und 1930 der ganzjährige Betrieb begann. Zu dieser Zeit wurde am Quellort eine starke Strahlung festgestellt. In diesem Kurort wurden vor allem Probleme des Bewegungsapparats behandelt. Am Ende des Zweiten Weltkriegs, nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung, wurden die Bäder verstaatlicht und 1947 endgültig geschlossen. Im Laufe der 1950er Jahre gab es Bemühungen um eine Wiedereröffnung des Kurbads, doch diese blieben erfolglos, sodass das Gebäude 1956 zu Wohnzwecken umgebaut wurde; bereits 1985 wurde das Haus jedoch dem Erdboden gleichgemacht. Im Jahr 2014 wurde dieser Ort auf Initiative des Vereins der Freunde der Geschichte von Litvínov zu einem Erholungsort umgestaltet. Im Rahmen dieser Umgestaltung wurde auch eine Wasseranalyse durchgeführt, die ergab, dass das Wasser stark eisenhaltig ist und Mangan enthält, der Schwefelgehalt in diesem Wasser schwankt und das Wasser radioaktiv ist.
Quelle:Bildungstafel
Eindrücke:Ein sehr schmackhaftes Wasser zum Probieren, auch wenn ich es oft lieber nicht trinken würde. Der Genuss erfolgt auf eigene Gefahr.