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Litvínov – St.-Michael-Kirche

Informationen

Besucht:20. Juli 2018

Geschichte:In Litvínov stand wahrscheinlich bereits Mitte des 14. Jahrhunderts eine Kirche, die sich damals vermutlich irgendwo in der Nähe der heutigen Kirche befand. Über diese Kirche sind jedoch keine Aufzeichnungen erhalten geblieben, sicher ist jedoch, dass der Bau dieses Barockbauwerks vom Reichsgrafen Jan Bedřich von Wallenstein veranlasst wurde, der Bischof von Hradec Králové, Erzbischof von Prag und Großmeister des Ordens der Kreuzritter vom Roten Stern war. Für den Bau der Kirche sorgte der Baumeister und Maler Jan Baptista Mathey, der mit diesem Werk den Beginn des Hochbarocks in Böhmen einläutete. Die Kirche selbst wurde in den Jahren 1685–1694 erbaut. Noch während des Baus der Kirche wurde ein hölzerner Hauptaltar aufgestellt, der 1690 vom Litvínóver Tischler Johann Meidl angefertigt wurde. Auf diesem Holzaltar wurde ein Gemälde mit dem Erzengel Michael, der den Teufel besiegt, angebracht, das 1694 von Michael Leopold Willmann gemalt wurde. Dieses Gemälde ist in Europa einzigartig, da es eine aus nächster Nähe dargestellte barocke Apokalypse zeigt, die in einer rauen Darstellung wiedergegeben ist. Am 10. August 1699 wurde auf der Spitze eine Statue des mit dem Teufel kämpfenden Erzengels Michael aufgestellt, doch die gesamte Statue war sehr instabil, sodass ein Glied des Teufels im Dachgeschoss der Kirche eingemauert wurde. Die erste Orgel in der Kirche erschien im Jahr 1713. Die ersten Reparaturen und Renovierungen erfuhr diese Kirche im Jahr 1763. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden in dieser Kirche barocke Seitenaltäre aufgestellt. Alle Umgestaltungen des Innenraums fanden überwiegend Ende des 19. Jahrhunderts statt. Im Jahr 1889 wurde die Kirche neu ausgemalt, wofür die Firma Brunotte aus Teplice zuständig war. Anschließend entstand im Chorraum ein Deckengemälde der Himmelfahrt Mariens, das der Dresdner Maler Franz Reimboth schuf. Im Jahr 1900 wurde die hiesige Barockorgel vom Orgelbauer Stephan Müller repariert und umgebaut. Bereits im Jahr 1901 wurde die Kirche elektrifiziert. Leider wurden 1908 die alten Barockorgeln durch neue Orgeln ersetzt. Im Jahr 1912 erhielt die Kirche eine neue Fassade; dieser Umbau wurde vom Baumeister Rudolf Knie geleitet. Im Zuge dieses Umbaus wurden der Kirche auch Buntglasfenster gestiftet, die von Herrn Richard Fiedler und seiner Frau Albina gespendet wurden, deren Porträt Teil eines Fensters der Heiligen Albina ist; die Glasmalereien selbst wurden 1901 von der Firma Jell und Neuhauer angefertigt. Weitere Reparaturen erfuhr die Kirche in den Jahren 1935–1937, anschließend auch in den Jahren 1972–1975. Die bislang letzten Reparaturen erfuhr die Kirche in der ersten Hälfte der 1990er Jahre, Im Zuge dieser Arbeiten wurden die Deckenmalereien übermalt, um sie später restaurieren zu können, und bereits 1994 wurde die Kirche anlässlich des 300. Jahrestags ihrer Weihe an den Heiligen Erzengel Michael wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Quelle:Bildungstafel

Eindrücke:Eine interessante Kirche, die das Ortsbild prägt und um die herum sich früher ein Friedhof befand.

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