Wappen der Stadt:
Besucht:18. Juli 2018
Geschichte:Lišnice (deutsch Lischnitz) ist eine Gemeinde, die etwa 5,5 km Luftlinie südlich des Stadtzentrums von Most liegt. Die erste schriftliche Erwähnung der Gemeinde stammt aus dem Jahr 1480, als der Prager Bürger Ondřej Maistytl seinen Besitz seinen Töchtern vermachte. Die Tochter Machna, die mit Václav Šváb verheiratet war, erhielt Lišnice, und so ging das Dorf in den Besitz dieser Familie über. Die Familie Šváb aus Chvatlina besaß den Ort bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts. Lediglich im Jahr 1610 wurde der Ort an Kašpar Šternsdorf aus Šternsdorf verkauft, doch 1619 kaufte ihn Reinhard Gottfried Šváb aus Chvatlina zurück. Im Jahr 1704 erbte Alžběta Údrčská aus Údrče, geborene Švábová aus Chvatlina, Lišnice und den Gutshof. Die Familie Údrčský ließ ein kleines Schloss errichten, wahrscheinlich durch den Umbau des ursprünglichen Herrenhauses auf dem Gutshof. Bereits im Jahr 1750 lebte hier eine bedeutende jüdische Gemeinde, die im Haus Nr. 6 eine Gebetsstätte unterhielt. Der Gutshof und das Dorf blieben bis 1798 im Besitz der Familie Údrčtí, bis Marie Františka Údrčská aus Údrče sie verkaufte. Danach wechselten die Besitzer. In den Jahren 1818–1844 waren die Beníšeks aus Dobroslav die Eigentümer. Das Dorf wurde 1850 der Gemeinde Havraň unterstellt, und es wird berichtet, dass hier im Jahr 1969 359 Einwohner in 41 Häusern lebten. Von den Beníšeks aus Dobroslav ging der Gutshof in den Besitz des Rechtsanwalts František Merolt über, der ihn 1868 an den Industriellen František Preidel verkaufte. Nach dessen Tod im Jahr 1889 erwarb sein Schwager Alois Straka den Gutshof. Bereits im Jahr 1905 wurde die Gemeinde Lišnice unabhängig und zu einer eigenständigen Gemeinde. Im Jahr 1907 kaufte die Firma Hielle & Dittrich das örtliche Anwesen. Während des Zweiten Weltkriegs verschwand die örtliche jüdische Gemeinde nach und nach. Nach 1945 ging der landwirtschaftliche Komplex mit dem Schloss in den Besitz des Staatsguts über. Es folgte die Vertreibung der deutschen Bevölkerung, wodurch die Einwohnerzahl, wie im Jahr 1950 angegeben, auf 200 sank, und zwar trotz der Besiedlung der Gemeinde durch Zuwanderer aus dem Landesinneren. Die Einwohnerzahl sank weiter und erreichte 1991 mit 89 Einwohnern ihren Tiefpunkt. Das Gut selbst ging im Zuge der Privatisierung in den 90er Jahren in private Hände über, wo es sich auch heute noch befindet. Laut einer Aufzeichnung aus dem Jahr 2011 lebten zu dieser Zeit 112 Einwohner in 43 Häusern hier.
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/Lišnice
Eindrücke:Ein winziges Dorf, das jedoch viel zu bieten hat.