Besucht:20. Juli 2018
Geschichte:Als in Litvínov die Fabrik zur Herstellung von Flugbenzin, die Suderenlandische Treibstoffwerke, errichtet wurde, wurde diese Fabrik den Alliierten ein Dorn im Auge. Als die Luftangriffe begannen, machten sich die örtlichen Mitarbeiter keine Gedanken darüber. Das änderte sich am 12. Mai 1944, als bei einem Luftangriff der Alliierten in dieser Chemiefabrik 557 Menschen ums Leben kamen und weitere 560 verletzt wurden. Daraufhin begann an der heutigen Stelle, wo sich damals nur Wald befand, der Bau eines schützenden Luftschutzbunkers, der der deutschen Bevölkerung als Zufluchtsort dienen sollte. Die Bauarbeiten und der Vortrieb der Stollen wurden von der Bergbaugesellschaft Sudetenländischer Bergbau A. G. überwacht. Den Plänen zufolge sollte das gesamte Bauwerk eine Länge von 199 Metern und eine Breite von 3,1 Metern haben; insgesamt sollten hier 2.468 Personen Platz finden. Schließlich wurde dieser Komplex im Oktober 1944 fertiggestellt und beherbergte auch eine Krankenstation und eine Entbindungsstation. Insgesamt ist dieser Schutzraum 100 Meter breit und 60 Meter lang. Die Gänge hier sind insgesamt 382 Meter lang und alle Räume haben eine Fläche von 1.445 Quadratmetern. Im November 1945 wurden hier bei einem Alarm insgesamt 6.000 Menschen gezählt, die sich im Schutzraum aufhielten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde dieses Objekt verstaatlicht und ging in den Besitz der Forstverwaltung Litvínov über. In den 1960er Jahren fanden in diesem Bunker Zivilschutzübungen statt, in den 1970er Jahren wurden diese Räume dann als Lager für Obst und Gemüse genutzt. In den 90er Jahren wurden Motorradfahrer der europäischen Gruppe „Fiesta Pistons“ zu Mietern dieser Räumlichkeiten. Der Legende nach wurde dieser Bunker bereits in den 1930er Jahren von tschechoslowakischen Soldaten erbaut und verfügte über einen sehr langen Gang, der angeblich bis zum ehemaligen Palpost im heutigen Meziboří führen sollte.
Quelle:http://litvinov.sator.eu/kategorie/litvinov/v-letech-1918-1948/protiletecka-stola-koenigshuebel
Eindrücke:Ein interessantes Gehäuse, schade nur, dass ich nicht hineinschauen konnte.