Besucht:19. Juli 2018
Geschichte:Einmannbunker (ursprünglich offiziell „Luftschutz-Splitterschutzzelle“, als tschechisches Äquivalent existiert lediglich der umgangssprachliche Begriff „Ajnman“) ist die gängige Bezeichnung für ein vorgefertigtes Festungsbauwerk deutscher Herkunft aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Der sogenannte Einmannbunker ist wahrscheinlich das weltweit erste vorgefertigte Festungsbauwerk. Es handelt sich um ein kleines, standardisiertes, glockenförmiges Stahlbetonbauwerk, das für Wach- und Beobachtungsaufgaben bestimmt war. Obwohl der Name dies vermuten lässt, handelte es sich nicht immer um Objekte, die für eine einköpfige Besatzung bestimmt waren. Diese konnte je nach Größe des jeweiligen Objekts bis zu vier Mann umfassen. Ihre häufigste Aufgabe bestand darin, Industrieanlagen und Verkehrsknotenpunkte zu bewachen, die wegen eines bevorstehenden Luftangriffs geräumt worden waren, sowie die Lage während des Angriffs zu beobachten, um die Einschlagstellen nicht explodierter Bomben leichter lokalisieren zu können. Die Form der Einmannbunker ist nicht hundertprozentig einheitlich, und die einzelnen Objekte weisen oft bauliche Abweichungen auf. Die häufigste Ausführung besteht aus drei Teilen mit einer Wandstärke von 15 bis 20 Zentimetern. Ein Sockel, der in der Regel unterhalb des Geländeniveaus eingelassen ist, ein zylindrischer Hohlkörper mit einem Außendurchmesser von etwa 145 cm mit Eingang und Sichtöffnungen sowie ein spitz zulaufendes Dach. Durch die Verbindung aller drei Teile entsteht ein Bauwerk, das entfernt an einen Bleistift erinnert. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Objekten, die sich unterscheiden, z. B. durch unterschiedlich steile oder runde Dächer oder konische Körper. Die einzelnen Objekte können sich auch in der Anzahl und Größe der Sichtschlitze sowie in der Größe und Gestaltung des Eingangs unterscheiden. Mit der Herstellung relativ einfacher und leicht transportierbarer Einmannbunker begannen die Deutschen während des Zweiten Weltkriegs, und dank ihnen wurde der Einmannbunker zu einem der zahlreichsten Festungsobjekte in Europa. Obwohl diese Objekte nach und nach verschwinden, gibt es sie immer noch in großer Zahl, auch auf dem Gebiet der Tschechischen Republik. In das Protektorat Böhmen und Mähren lieferte Einmannbunker ausschließlich die Firma Dyckerhoff und Widmann K.G., Betonwerke Cossebaude (Dywidag) aus Dresden, war jedoch nicht die einzige. Die Firma Betonwerk Westermann & Co. aus Broistedt bei Lengede lieferte die Anlagen allerdings nur innerhalb des Reichsgebiets. Der Herstellungspreis lag je nach Ausführung zwischen 430 und 525 Reichsmark. Im Jahr 1941 wurde zum Schutz wichtiger Industriebetriebe vor Partisanenangriffen und Spionage der sogenannte Werkschutz (bewaffnete Werkswache) eingerichtet, der administrativ der Polizeidirektion unterstand. Zu dessen Aufgaben gehörte auch der Dienst in Einmannbunkern. Wo dieser nicht eingerichtet wurde, wurden sie von bestimmten Mitarbeitern besetzt, z. B. bei der Eisenbahn. Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten die Objekte weiterhin den Zivilschutzverbänden, und weitere wurden errichtet, wenn auch teilweise in anderer Bauweise. Die Möglichkeit ihres relativ einfachen Transports führte auch dazu, dass sie in Steinbrüche als Schutzräume während Sprengarbeiten verlegt wurden. Dieser Bunker blieb jedoch an seinem ursprünglichen Standort, auch wenn die Eingangstür nicht erhalten blieb.
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/Einmannbunker
Eindrücke:Ein interessantes Relikt aus längst vergangenen Zeiten, das glücklicherweise gut erhalten ist.