Wappen der Stadt:
Besucht:18. Juli 2018
Geschichte:Havraň (deutsch Hawran) ist eine Gemeinde, die etwa 6 km südöstlich der Stadt Most liegt. Die Geschichte von Havraň reicht weit zurück. Die älteste Besiedlung in der näheren Umgebung stammt bereits aus der jüngeren Steinzeit, etwa in den Jahren 5500–4200 v. Chr. Aus dieser Zeit ist in der Nähe der Gemeinde ein hufeisenförmiger Keil erhalten geblieben. Eine weitere Besiedlungsphase in dieser Region fand in der späten Steinzeit statt, etwa in den Jahren 2700–2300 v. Chr.; aus dieser Zeit ist ein Steinbeil erhalten geblieben. In der Bronzezeit, etwa 2000–1500 v. Chr., befand sich hier eine Siedlung der Únětice-Kultur, von der eine Grabstätte erhalten geblieben ist, die im Jahr 1900 in der Nähe des Bahnhofs freigelegt wurde; leider sind von den Funden bis heute keine Überreste erhalten geblieben. In den Jahren 1250–750 v. Chr. lebten in diesem Gebiet die Knovíz- und die Štítar-Kultur, von denen eine Vielzahl von Keramikfunden erhalten geblieben ist. Die hiesige Gegend war zudem in den Jahren 400–50 v. Chr. von der Latène-Kultur besiedelt, ebenso wie in den Jahren 50 v. Chr. bis 350 n. Chr. Der Name dieses Dorfes geht auf den Namen Havran zurück, der hier vermutlich einen Gutshof besaß, um den herum sich später das Dorf gründete. Dies entspricht auch den schriftlichen Quellen, von denen die erste aus dem Jahr 1281 stammt, in der Chval aus Havraně als Zeuge erwähnt wird. Eine weitere Erwähnung stammt aus dem Jahr 1337, als Ješek aus Havran mit Štěpán aus Hrušovany und Moravěves um das Patronatsrecht über die Pfarrkirche in Havran stritt. Dieser Streit war so schwerwiegend, dass er bis zum Papst Benedikt XII. gelangte und gleichzeitig die erste schriftliche Erwähnung der hiesigen Kirche darstellte. Diese Streitigkeiten dauerten das gesamte 14. Jahrhundert an, sodass hier eine Vielzahl von Namen auftaucht, von denen wir jedoch nicht wissen, in welcher Stellung sie gegenüber Havraň standen, ob sie über den Ort herrschten und ihn besaßen oder nicht. Im gesamten 14. Jahrhundert hatte Havraň nämlich mehrere Eigentümer, und es ist nicht sicher, wer welchen Anteil besaß.
Sicher ist, dass im 15. Jahrhundert die Familie Koldic, die aus Meißen stammte, Eigentümer des Guts war. Der letzte Besitzer war Těma von Koldic, der das Gut schlecht verwaltete und das Dorf verschuldete, sodass er es im Jahr 1492 für 1.100 Kop tschechischer Groschen an Jiří und Václav von Fictum verkaufte. Im Jahr 1496 vermachte Jiří Opl von Fictum dieses Dorf dem Kirchenstift und wohltätigen Zwecken in Most, wodurch Havraň im Jahr 1497 an die Stadt Most überging. Im Jahr 1595 wurde Havraň von Rudolf II. aus der Lehnspflicht entlassen. Als die Streitigkeiten zwischen den Katholiken und Protestanten in Most wüteten, schloss sich Havraň im Jahr 1615 den Katholiken an und blieb bis zum Jahr 1628 unter deren Verwaltung. Im selben Jahr wurde Havraň erneut an die Stadt Most übertragen, die es in das Gut Kopisty eingliederte. Aus Aufzeichnungen wissen wir, dass im Jahr 1651 36 Personen in Havraň lebten. Wir wissen auch, dass im Jahr 1651 Georg Otto hier Richter war. Während ihrer gesamten Existenz war Havraň vor allem eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Aufzeichnungen aus dem Jahr 1846 zufolge gab es hier 44 Häuser und 262 Einwohner. Im Jahr 1848 wurde Havraň gemäß dem Gemeindegesetz selbstständig und damit zu einer eigenständigen Gemeinde. Im Laufe des 19. Jahrhunderts gab es in der Umgebung von Havraň zahlreiche Schächte, in denen Kohle abgebaut wurde; diese wurden jedoch bald stillgelegt, da sie der Konkurrenz durch die Kohlebergwerke im Norden nicht gewachsen waren. Im Jahr 1882 wurde in Havraň eine Eisenbahnlinie mit einem Bahnhof errichtet. Seinen Bevölkerungshöchststand erreichte Havraň im Jahr 1890, als hier insgesamt 927 Einwohner lebten. Noch im Jahr 1930 lebten hier 861 Einwohner, doch dann kam der Zweite Weltkrieg und danach die Vertreibung der deutschen Bevölkerung sowie die Ansiedlung von Einwohnern aus dem Landesinneren, sodass die Einwohnerzahl auf 642 sank und danach weiter zurückging. Laut der Volkszählung von 2011 lebten hier insgesamt 385 Einwohner.
Quelle:http://www.ouhavran.cz/e_download.php?file=data/editor/26cs.pdf&original=Geschichte%20von%20Havra%F2%201.pdf
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/Havraň
Eindrücke:Ein kleines Dorf, das viel zu bieten hat.