Besucht:19. Juli 2018
Geschichte:Die erste schriftliche Erwähnung der Gemeinde stammt aus dem Jahr 1346, als Fláje in der Liste der Pfarreien der Diözese Meißen aufgeführt wurde. Im Jahr 1398 erwarb der Meißner Markgraf Wilhelm die Burg Rýzmburk zusammen mit der Stadt Duchcov und allem Zubehör, und Fláje war Teil dieses Herrschaftsgebiets. Diese Güter gehörten bis zum Jahr 1459 zu Meißen, als Jiří von Poděbrad sie zurückerlangte. Danach wechselten die Besitzer bis zum Jahr 1523, als Děpolt von Lobkovic das Gut erwarb. Fláje blieb bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts im Besitz dieser Familie. Im Jahr 1642 heiratete die Witwe des Grafen František Josef Lobkovic, Polyxena, geborene von Talmberk, erneut, und zwar den Grafen Maximilian von Wallenstein. Als Polyxena 1651 starb, ging Fláje in den Besitz der Familie Waldstein über und wurde später in das Gut Duchcov-Horní Litvínov eingegliedert. Dort verblieb es bis zum Jahr 1848. Ab 1850 gehörten die Fláje zum Kreis Teplice und wurden 1896 dem neu gegründeten Kreis Duchcov angegliedert. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verbreitete sich in den Fláje, ebenso wie in der Umgebung, der Protestantismus aus Sachsen. Im Jahr 1653 errichteten die Einwohner sogar ein protestantisches Gebetshaus. Doch bereits nach 1664 leitete der damalige Gutsbesitzer Jan Bedřich Valdštejn mit Hilfe der Kapuziner aus Most die Rekatholisierung der Region ein. Die Kapuziner kamen 1667 nach Fláje und errichteten dort ein neues Pfarrhaus. Sie blieben bis zum Jahr 1670 im Ort, als hier ein neuer Pfarrer eingesetzt wurde. Ursprünglich gehörten noch die Dörfer Mackov, Nová Ves, Dlouhá Louka und Český Jiřetín zum Pfarrbezirk, wobei sich Český Jiřetín im Jahr 1800 verselbstständigte. Seit 1679 gab es in Fláje eine Pfarrschule. Aufgrund der Bergwälder lebte der Großteil der Bevölkerung vom Holzeinschlag und der Holzverarbeitung. In den Jahren 1624–1629 wurde vom Flájský-Bach nach Sachsen ein Wasserkanal zum Holztransport nach Sachsen angelegt. Er war bis zum 7. Mai 1874 in Betrieb, als zum letzten Mal Holz geflößt wurde. Im Jahr 1898 wurde eine Kreisstraße gebaut, die Dlouhá Louka, Nová Ves, Mackov, Fláje und Český Jiřetín verband. Bereits in der Zeit der Ersten Republik wurden Fláje zu einem beliebten Sommer-, vor allem aber Winterurlaubsort. Fláje und die dazugehörigen Siedlungen wurden vor allem von der deutschen Bevölkerung bewohnt. Die einzigen Tschechen hier waren Staatsbedienstete – Zollbeamte und ein Förster der Staatswälder. Im Jahr 1869, nach der Verselbstständigung der Gemeinde, lebten hier insgesamt 548 Einwohner. Noch im Jahr 1930 lebten hier 487 Einwohner; nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Deutschen vertrieben und an ihre Stelle zogen Einwohner aus dem Landesinneren, sodass hier im Jahr 1950 192 Einwohner lebten. Im Jahr 1956 wurde die Gemeinde Fláje vom damaligen Kreis Duchcov in den Kreis Litvínov überführt. Zu dieser Zeit wurde bereits die Auflösung der Gemeinde wegen des Baus eines Staudamms vorbereitet. Im Jahr 1959 wurden die Umsiedlung und der Abriss der Gemeinde abgeschlossen, und seit 1960 ist Fláje ein Ortsteil von Český Jiřetín. Noch im Jahr 1961 lebten hier die letzten 36 Einwohner, doch auch diese zogen noch im selben Jahr weg. Damit erlosch das Dorf Fláje, und auch wenn hier angegeben wird, dass im Jahr 2011 in zwei Häusern 11 Einwohner lebten, so bezieht sich dies auf den Staudamm, doch diese Siedlung hat mit dem ursprünglichen Dorf nichts mehr zu tun. In den 1950er Jahren wurde in der Gemeinde eine Fachschule für Forstwirtschaft gegründet. Im Rahmen der Schulreform in der Region Ústí nad Labem wurde die Fachschule am 1. September 2005 mit der Fachschule in Most-Velebudice zusammengelegt.
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%A1je
Quelle:http://www.zanikleobce.cz/index.php?detail=1436671
Eindrücke:Ein Dorf, das leider heute nicht mehr existiert und an der Stelle des heutigen Stausees lag.