Besucht:21. Juli 2018
Geschichte:In den geheimnisvollen Tiefen des Erzgebirges, unweit des malerischen Dorfes Brandov im Kreis Most, befinden sich die Überreste einer einst stolzen Burg. Diese Burg, auch bekannt als „Hrad u Brandova“, „Loupežnická skála“ oder auf Deutsch „Raubschloss“, ist heute nur noch ein Schatten ihres früheren Ruhmes.
Sein ursprüngliches Aussehen ist heute kaum noch vorstellbar. Von der ursprünglichen Burg sind nur noch winzige Überreste auf einem bewaldeten Hügel oberhalb des Brandov-Ortsteils „Kolonie“ erhalten. Da es keine schriftlichen Berichte über diese Burg gibt, ist ihr eigentlicher Name geheimnisumwittert. Daher taucht sie in der Literatur oft als „Burg bei Brandov“ oder „Brandovská Burg“ auf.
Archäologischen Funden zufolge wurde diese Burg wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gegründet. An der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert brannte sie jedoch nieder und wurde anschließend aufgegeben. Funde von verkohltem Holz deuten darauf hin, dass die Burg vorwiegend aus Holz bestand und es sich wahrscheinlich um einen kleinen und einfachen Bau handelte.
Sein Gründer könnte ein Herrscher gewesen sein, und aufgrund seiner Lage in der Nähe der Landesgrenze an der Handelsstraße nach Sachsen könnte es als Wachposten gedient haben, an dem Zölle erhoben wurden. Es ist unklar, ob es auf der böhmischen oder sächsischen Seite der Grenze stand, doch ist eine Zugehörigkeit zum Königreich Böhmen wahrscheinlicher.
Der Verlauf der alten Straße, die an der Burg vorbeiführte, konnte auf dem Abschnitt von der deutschen Stadt Olbernhau bis nach Malý Háj rekonstruiert werden. Dieser Weg ist, ebenso wie die Burg selbst, heute ein stiller Zeuge längst vergangener Zeiten, in denen sich hier Geschichte und Schicksale der Menschen verflochten.
Das Geheimnis dieser Burg wurde erst 1986 gelüftet, als deutsche Forscher sie entdeckten. Ihr Interesse an dem Hügel wurde durch alte Legenden und Angaben auf einer Karte aus dem späten 16. Jahrhundert geweckt, die an dieser Stelle die Existenz einer Burg verzeichnet.
Gemeinsam mit Mitarbeitern des Archäologischen Instituts in Most gelang es ihnen, Scherben zu finden und anhand der Überreste vor Ort die Existenz der Burg eindeutig nachzuweisen. Die archäologischen Untersuchungen fanden hier in den Jahren 1986–1989 statt.
Im Gelände sind vor allem die Verteidigungsanlagen der Burg zu erkennen. In den Felsen wurde ein Graben gehauen, der die zugängliche Nordseite der Landzunge mit der Burg schützte. An den Graben schlossen ein Wall und eine Geländekante an, auf der eine leichte Befestigungsanlage stand.
Das Hauptwohngebäude, das teilweise in den Felsen eingemeißelt war, stand auf einer kleinen Fläche im Kernbereich der Burg mit einer Länge von vierzehn Metern. Am südwestlichen Hang sind noch spärliche Überreste der Bebauung erhalten. Das in den Felsen gehauene Bauwerk hat Abmessungen von 1,2 × 0,8 Metern.
So wurde aus der geheimnisvollen Burg eine archäologische Stätte, die uns wertvolle Spuren der Vergangenheit liefert und an die Zeit erinnert, als diese Burg noch Wache über der alten Straße hielt.
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/Brandov_ (Burg)
Eindrücke:Der Aufstieg ist zwar anstrengend, aber von der Burg ist noch sehr viel erhalten, wenn man weiß, worauf man achten muss.