Besucht:18. August 2019
Geschichte:Dieses schlichte Denkmal wurde von einem mir unbekannten Künstler irgendwann in den ersten zwanzig Jahren des 21. Jahrhunderts geschaffen. Das Denkmal ist als Bank gestaltet, auf der Jan Václav Stich sitzt, ein bedeutender Waldhornspieler. Dieser Mann wurde am 28. September 1746 in dieser Gemeinde geboren. Stich war der musikalisch begabte Sohn eines Kutschers und Lehnsmannes auf dem Gut Žehušice des Grafen Jan Josef Antonín von Thun und Hohenstein, der ihn nach Prag zu Josef Matějka und Jan Šindelář (dem Hornisten des Grafen Mannsfeld) nach Dobříš. Im Jahr 1763 wurde er nach Dresden zu dem aus Dobříš stammenden K. Houdek geschickt, wo er dessen damals entwickelte Deckungstechnik erlernte. Im Jahr 1764 war er gezwungen, in die Hofkapelle des Grafen Thun zurückzukehren, wo er neben dem Hornspielen zusätzlich als livrierter Diener dienen musste. Mit dem Los eines Dieners konnte sich Stich, der sich im Ausland bereits daran gewöhnt hatte, für seine Kunst Beifall von bedeutenderen Herren als Graf Thun zu ernten, nicht abfinden. Im Jahr 1768 nutzte er nach einem Abendkonzert das Durcheinander rund um die zahlreichen geladenen Gäste und floh nachts heimlich aus dem Dienst des Grafen Thun, der, als er von der Flucht erfuhr, Spione anheuerte, um Stich aufzuspüren und ihm die Vorderzähne auszuschlagen, damit er nie wieder spielen könne. Graf Thun ahnte jedoch nicht, dass der immer berühmter werdende Giovanni Punto eben jenes Stich war, der unter diesem Pseudonym auftrat – einer bloßen italienischen Übersetzung der Verballhornung seines Namens (steh = it. punto). Stich war zunächst bei Josef Friedrich Wilhelm von Hohenzollern-Hechingen tätig; 1769 trat er in den Dienst von Emmerich Josef von Breidbach, dem Erzbischof von Mainz. Dort blieb er bis 1774 und hielt sich bis 1780 beim Würzburger Bischof Adam Friedrich von Seinsheim auf. 1781 ging er nach Paris, wo er für den Grafen von Artois arbeitete. Stich, der inzwischen auch ein berühmter Geiger geworden war, leitete von 1795 bis 1797 das Orchester des Théâtre des Variétés Amusantes in Paris. Über seine festen Engagements hinaus unternahm er zahlreiche Tourneen durch europäische Länder, wo er sich einen Ruf als Hornvirtuose erwarb. So lernte er auch Wolfgang Amadeus Mozart kennen und trat im Jahr 1800 in Wien und Budapest bei Konzerten mit dem jungen Ludwig van Beethoven auf, der für ihn die Sonate op. 17 für Waldhorn und Klavier komponierte, die er gemeinsam mit ihm auch konzertant aufführte. Im Jahr 1777 wurde Stich nach England eingeladen, um den Musikern des Orchesters des damaligen Königs Georg III. die Technik des Hornspiels beizubringen. Schließlich starb er am 16. Februar 1803 in Prag in der Kleinseite.
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/Jan_V%C3%A1clav_Stich
Eindrücke:Ein schlichtes, aber auf seine Weise interessantes Denkmal.