Besucht:12. Oktober 2019
Geschichte:Dieses Denkmal wurde von einem mir unbekannten Künstler vermutlich irgendwann im Laufe des 20. Jahrhunderts geschaffen. Es wurde zum Gedenken an Václav Budovec aus Budov errichtet. Dieser Mann stammte aus einem alten tschechischen Adelsgeschlecht. Sein Vater war Adam Budovec aus Budov, der sich 1547 am Aufstand der Stände gegen Kaiser Ferdinand I. von Habsburg beteiligte. Seine Mutter, Johanka aus Chlum, war die Tochter eines Ritters aus Dobrovice bei der heutigen Stadt Mladá Boleslav. Als begabter junger Adliger aus einer ritterlichen Bruderschaftsfamilie erwarb Budovec in den Jahren 1569–1571 seine Ausbildung an der Universität Wittenberg. Er verbrachte zwölf Jahre an protestantischen Universitäten in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und England. Anschließend reiste er ausgiebig durch Europa und knüpfte Freundschaften mit führenden protestantischen Theologen, von denen der bedeutende Calvinist jener Zeit, Theodor Beza, den größten Einfluss auf ihn hatte. Ab 1577 wurde Budovec Hofmeister beim kaiserlichen Gesandten in Konstantinopel, J. Sinzendorf, und konnte so seine Kenntnisse vieler Fremdsprachen um Türkisch und Arabisch erweitern. Nach seiner Rückkehr in die Heimat heiratete er Anna Zákupská aus Vartemberk. Sie besaßen die Güter Mnichovo Hradiště, Zásadka, Hradec und Chocnějovice. Ab 1584 war Budovec als Rat am Berufungsgericht tätig. Er bekleidete das Amt eines kaiserlichen Rates sowohl unter Kaiser Rudolf II. als auch unter Matthias von Habsburg. Im Jahr 1607 wurde er in den Adelsstand erhoben. Als einflussreiches Mitglied der Brüdergemeinschaft verteidigte er diese tapfer gegen die unterschiedlichsten Angriffe und gehörte somit auch zu den bedeutenden Vertretern der nichtkatholischen Ständeopposition. Die Majestät des Kaisers Rudolf II. „Über die Religionsfreiheit“ aus dem Jahr 1609 wurde vor allem dank seiner Verdienste veröffentlicht. In der tschechischen Nationalgeschichte ist er als einer der führenden Teilnehmer des Ständeaufstands bekannt. Im Jahr 1618 nahm er an der zweiten Prager Defenestration teil, griff jedoch nicht aktiv ein. Während des Aufstands bekleidete er die Ämter des Landdirektors, des königlichen Kammerherrn und sogar des Präsidenten des Berufungsgerichts, was jedoch keine praktische Bedeutung hatte, da der Berufungsrat zur Zeit des Ständeaufstands nicht tagte. Da er persönlich die Regierung Friedrichs von der Pfalz unterstützte und sogar eine türkische Delegation durch die Prager Burg führte, wurde er zum Tode verurteilt. Nach der Schlacht am Weißen Berg brachte er seine Familie ins Exil; selbst kehrte er zurück, um die Kronjuwelen zu bewachen, wobei er seinen Palast in der Prager Altstadt gegenüber der Teynkirche geplündert vorfand. Im Februar 1621 wurde er gemäß einem kaiserlichen Erlass verhaftet und im Weißen Turm der Prager Burg inhaftiert. Auf Befehl von Kaiser Ferdinand II. wurde er am 21. Juni 1621 auf dem Altstädter Marktplatz durch den Henker Jan Mydlář als Zweiter in der Reihenfolge, unmittelbar nach Jáchym Ondřej Šlik, hingerichtet. Zunächst wurde ihm eine Hand abgehackt, als Mahnung für den Bruch seines Treueeids gegenüber dem Kaiser. Das ursprüngliche Urteil lautete auf Vierteilung bei lebendigem Leib, woraufhin seine Körperteile an den Kreuzungen Prags aufgehängt werden sollten; die Strafe wurde jedoch auf eine einfache Enthauptung gemildert. Seinen Kopf nagelte der Henker an den Altstädter Brückenturm, wo er bis November 1631 blieb; bei dem Einmarsch der sächsischen Armee wurden die Köpfe dann abgenommen und mit allen Ehren in der Týn-Kirche zur letzten Ruhe gebettet. Nach dem Abzug der Sachsen verschwanden alle elf Schädel auf mysteriöse Weise, und bis heute wird nur über das weitere Schicksal der Überreste der Hingerichteten spekuliert.
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/V%C3%A1clav_Budovec_z_Gebäude
Eindrücke:Ein schlichtes Denkmal mit einer Gedenktafel.