Besucht:30. 9. 2021
Geschichte:Die Villa Palm (Nr. 655) ist eine Villa in der Jungmannova-Straße (früher Jahnova-Straße) im Prunéřov-Vorort Kadan. Der Bau wurde 1899 im historisierenden Stil fertiggestellt. Das Projekt wurde von Emil Palm, einem Gymnasialprofessor an der Königlich Böhmischen Landwirtschaftsschule in Kadan, in Auftrag gegeben und von Josef Peter, einem Kadaner Bauunternehmer und Architekten, gebaut. In den Jahren 1898 und 1899 beauftragte das Ehepaar Emil und Olga Palma den renommierten Kadaner Baumeister und Architekten Josef Peter mit dem Bau eines eigenen Hauses in der damals neu entstehenden Ringstraße und kurz darauf Jahnova (heute Jungmannova). Das Haus wurde später im Volksmund nach dem Namen der Bauherrin als Villa Palm bezeichnet. Im Jahr 1933 ließ Emil Palm durch den Kadaner Baumeister Paul Peter (Sohn von Josef Peter) einen Zaun aus Stein und Ziegeln um den Vorgarten seiner Villa zur Straße hin errichten. Die Stadt mahnte ihn damals offiziell an, das überschüssige, nicht verwendete Material zu entfernen. Emil Palm wurde 1862 im Dorf Falknov bei Kytlice in Českokamenický geboren. Er machte sein Abitur am Gymnasium in Česká Kamenice und studierte ab 1880 Chemie an der Deutschen Technischen Hochschule in Prag. Nach seinem Abschluss und einem kurzen Aufenthalt in Prag heiratete Emil Palm 1893 Olga (1870-1940), geborene Urbauer. Olga stammte ursprünglich aus Linz. Noch im selben Jahr zogen die beiden nach Kadana, wo Emil Palm eine Stelle als Lehrer an der renommierten Königlich Böhmischen Landwirtschaftlichen Hochschule antrat. Ab 1897 war Emil Palm bereits Gymnasialprofessor, gleichzeitig war er Verwalter des chemischen Labors der Schule und hatte auch das Amt des Kurators der Sammlung chemischer und technologischer Hilfsmittel inne. Sein Fachgebiet war breit gefächert, er war zwar anerkannter Lehrer für Klima und Bodenkunde auf so genannter geognostischer Grundlage, aber zu seinen Fachgebieten gehörten auch Agrarchemie und Agrochemietechnik. Er unterrichtete auch allgemeine Chemie und technologische Verfahren und war Klassenlehrer. Emil Palm arbeitete eng mit Professor Andreas Nowoczek, dem Leiter der landwirtschaftlichen Oberschule in Kadan, zusammen und war mit ihm befreundet. Auf seine Initiative hin wurden bereits 1878 im Schulgebäude Versuchsgärten und später, nach Emil Palms Ankunft, ein chemisches Laboratorium für die Analyse von Düngemitteln, Futtermitteln, Böden, Wasser und agroindustriellen Rohstoffen eingerichtet. Der Erfolg dieses Labors wurde zum Beispiel von dem amerikanischen Landwirtschaftsspezialisten Alfred Charles True (1853-1929) in seinem Buch Agricultural experiment stations in Foreign Countries erwähnt. Emil Palm nahm auch an Konferenzen und Seminaren teil, so zum Beispiel im Mai 1913 im hessischen Kurort Weilburg. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1915 war er aktives Mitglied der Gesellschaft Österreichischer Chemiker und schrieb Beiträge für deren Zeitschrift Österreichische Chemiker-Zeitung. Zu dieser Zeit waren Berichte über Emil Palms Projekte und Experimente in wissenschaftlichen Kreisen in Europa und Amerika weit verbreitet. Die Palms hatten eine Tochter, Karoline, die 1903 in Kadan geboren wurde. Nach dem Tod beider Elternteile zog sie 1940 nach Klagenfurt, Österreich. Weitere Informationen über ihr Schicksal sind bisher nicht bekannt.
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/Villa_Palm_(Wenn%C5%88)
Eindrücke:Ein schönes Gebäude, das seine Schönheit bis zur Hauptstraße zeigt.