Besucht:30. 9. 2021
Geschichte: Die spätgotische Rosenkranzkapelle (oder Kapelle der Rosenkranzbruderschaft) ist eines der wertvollsten sakralen Gebäude im städtischen Denkmalschutzgebiet in Kadan. Die Kapelle wurde auf dem Gelände der ehemaligen Johanniterkommende errichtet. Ihr Bau begann spätestens 1478 an der Stelle eines älteren unterirdischen Beinhauses, des sogenannten Karners. Dies war einer Schenkung von Augustin Moschner zu verdanken, der in seinem Testament von 1478 40 Goldstücke für den Bau vermachte. Er setzte Niklas Teichel als Verwalter des Bauwerks ein. Aus Frömmigkeit vermachte er auch dem Johanniner Komtur Heinrich und seinen Gefährten 60 Goldstücke für eine Messstiftung in der Kapelle. Sie sollten dann jeden Montag eine Totenmesse für alle Verstorbenen feiern. Zusammen mit der Kapelle wurde hier in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein so genanntes Kapellenhaus errichtet. Jahrhunderts ein so genanntes Kapellenhaus errichtet, das von der Straße aus nicht sichtbar ist und zu diesem Gebäude gehört. Augustin Moschner, der Bürger von Kadan, vermachte der Kapelle den Kelch und das Priestergewand. Diese fromme Stiftung wurde 1483 auch von Jan von Švamberk, dem Prior der böhmischen Johanniter, d.h. des Ritterordens des Heiligen Johannes des Täufers, bestätigt. Bereits an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert sind in den Testamenten der Bürger zwei Seitenaltäre in der Kapelle, der Heilige Wolfgang und der Heilige Voršila, erwähnt. Das im Stil der Meißner Gotik errichtete Gebäude mit dem markanten Erker wurde damals "Beinhauskapelle" genannt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Kapelle im Renaissancestil umgebaut, und die letzten Umbauten, d. h. die Barockisierung, erfolgten im 17. Dadurch erhielt sie ihr heutiges Aussehen. Die früheste Darstellung der Kapelle ist in einer Vignette der Königsstadt Kadana aus dem Jahr 1602 von Jan Willenberg erhalten. Sie war dem Heiligen Geist geweiht und diente wahrscheinlich nicht nur der Rosenkranzbruderschaft von Kadana, sondern auch als Hauskapelle für den örtlichen Pfarrgeistlichen. Das Gebäude wurde bei einem verheerenden Brand am 11. Juli 1635 beschädigt und die Reparatur dauerte mehrere Jahrzehnte - erst 1642 erhielt die Kapelle ein neues Schindeldach und 1651 wurden neue Fenster eingesetzt. Aus dem Inventar des Dekans Leopold Roch von 1730 erfahren wir von der Verlegung der Rosenkranzandacht direkt in die Dekanatskirche. Dekan Anton Kistenfeger war der letzte Obere der Rosenkranzbruderschaft in Kadan. Auf seine Initiative hin entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die hiesige Dekanatsbibliothek, die damals in der Kapelle untergebracht war. Der Umbau von Kapelle und Bibliothek wurde 1794 unter Maximilian Pannosch, Kistenfegers Nachfolger im Dekanat, abgeschlossen. Gleichzeitig wurde das Gewölbe der Kapelle mit klassischen Szenen antiker Gottheiten und Porträts der beiden Dekane bemalt. Der Gründer der Dekanatsbibliothek, Dekan Anton Kistenfeger, war eine bedeutende Persönlichkeit der Aufklärung: Am 30. September 1779 traf er sogar den römischen Kaiser Joseph II. in Kadani, der ihm 12 Dukaten für die Armen gab. Um 1800 traf sich in der Bibliothek und Rosenkranzkapelle des Dekans Maximilian Pannosch ein Kreis von Aufklärungspriestern, oft Freimaurer. Unter ihnen befand sich Franz Xaver Petran, Kaplan des Grafen von Thun, der während seiner Wiener Zeit mit W. A. Mozart befreundet war. Sie gehörten beide der Wiener Freimaurerloge "Zur Nächstenliebe" an. Auf der Grundlage des poetischen Textes von Petran entstand 1785 Mozarts Kantate "Freimaurerische Freude". Die Rosenkranzkapelle in Kadan war damals ein wichtiges Zentrum der aufklärerischen Bildung und Kultur in der Kadanregion. Das Bibliotheksgeschoss wurde Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen. Als die Freunde des Museums in Kadan neue Räumlichkeiten für ihre Museumsausstellungen suchten, vereinbarten sie mit dem damaligen Pfarrer die Nutzung der Rosenkranzkapelle. Sie wurde am 20. Mai 1928 eingeweiht, und es wurden dort Exponate kirchlichen Ursprungs ausgestellt. Heute finden in der Kapelle die jährlichen Passionsspiele des Theaters von Kadan statt.
Quelle:https://pamatkovykatalog.cz/kaplanka-s-kapli-sv-kateriny-13290774
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/R%C5%AF%C5%BEencov%C3%A1_kaple_(Kada%C5%88)
Quelle der Innenaufnahmen:https://cs.wikipedia.org/wiki/R%C5%AF%C5%BEencov%C3%A1_kaple_(Kada%C5%88)
Eindrücke:Ein prächtiges Gebäude, das seinen größten Schatz in sich selbst verbirgt.