Besucht:30. 9. 2021
Geschichte:Das Haus U Kožešníků (Nr. 95) ist ein auf gotischen Fundamenten stehendes Bürgerhaus in der Žatecká-Straße (früher Kovářská-Straße) in der Altstadt von Kadan. Das Haus U Kožešníků in der Žatecká-Straße (ehemals Kovářská-Straße) steht auf gotischen Grundmauern, aber wir wissen nicht, wann es gebaut wurde, sicher ist, dass die heutige Form aus barocken oder klassizistischen Veränderungen stammt. Die Straße, in der sie sich befindet, war in der Vergangenheit eine der Hauptverkehrsstraßen zwischen dem Hauptplatz von Kadan (heute Mírové náměstí) und dem Žatecká-Tor, von dem nur noch die Barbakane (das vordere Tor) erhalten ist. Vom Tor führte die Straße zum Fluss Ohře und weiter nach Žatec und Prag. Im Laufe der Geschichte zogen Handelskarawanen und marschierende Armeen, sowohl befreundete als auch feindliche, über diese heute ungenutzte Straße. Gleichzeitig zogen durch diese Straße und dann durch die Sukowa- (ehemals Hrnčířská-) Straße Sträflingszüge durch die Špitálské-Vorstadt in Richtung der Hinrichtungsstätte hinter dem Hrnčířská-Tor (Vorstadt). Am 22. März 1650 beispielsweise führte der Scharfrichter Hans aus Žatec den Verurteilten Noah, einen jüdischen Kaufmann, durch das Hinrichtungstor, angeklagt wegen Mordes, der im Übrigen unter dem Einfluss von Fanatikern als Ritualmord interpretiert wurde und damals zu einem antisemitischen und offensichtlich zweifelhaften Vorwand für Diskriminierung und schrittweise Bemühungen um die Liquidierung der jüdischen Gemeinde von Kadan wurde. Das Haus Nr. 95 gehörte wahrscheinlich einst einer der ältesten bürgerlichen Familien von Kadan, den Kerns. Diese Familie war eine der vierundzwanzig alten bürgerlichen Familien von Kadan. Im Jahr 1896 wird der Kürschner und Hutmacher Karl Kern als Besitzer des Hauses genannt, der laut historischen Quellen auch Pelzmäntel, modische Hüte, Zylinder, elegante Barette und Strohhüte, Hausschuhe sowie Zubehör für Offiziersuniformen anbot. Karl Kern wird auch 1916 und 1927 als Besitzer des Hauses genannt, und seine Familie besaß das Haus offenbar bis 1945. Sein Sohn, der ebenfalls Karl Kern hieß, engagierte sich in den 1960er Jahren in Deutschland in den Vereinen der vertriebenen Deutschen von Kadan und veröffentlichte 1969 sogar ein elegisches Gedicht anlässlich des 50. Jahrestages des so genannten Kadan-Massakers vom 4. April 1969. An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert befand sich in dem Haus auch das Geschäft des Schneiders Josef Fritsch, der sich den Quellen zufolge auf Herren- und Knabenanzüge sowie auf die Herstellung von Herrenmode-Accessoires spezialisiert hatte. Die genaue Bedeutung des Hauszeichens an der Fassade des Kožešníků-Hauses ist den Historikern unbekannt. Es handelt sich um ein Stuckrelief, das vermutlich aus dem 18. Jahrhundert stammt und vermutlich zuvor polychromiert wurde. Über dem ehemaligen Schaufenster an der Fassade befindet sich ein Schild, das mit einem Gürtel, zwei Nieten und einem Blätterzweig verziert ist. Es könnte sich um einen Hinweis auf das Handwerk des Gerbers oder Schmieds handeln, aber angesichts der in der Umgebung ausgeübten Handwerke kann man auch annehmen, dass das Schild ein Lederprodukt darstellt, was die Vermutung nahelegt, dass in dem Haus ein Kürschner sein Handwerk ausübte. Einigen Theorien zufolge handelt es sich bei dem Hauszeichen um einen stilisierten Pantoffel.
Quelle:https://cs.wikipedia.org/wiki/D%C5%AFm_U_Ko%C5%BEe%C5%A1n%C3%ADk%C5%AF_(Kada%C5%88)
Eindrücke:Schönes Haus, das eines der historischen Häuser dieser Stadt ist.