Die Geschichte dieses Ortes
Das Reihenhaus mit seiner eleganten Barockfassade am König-Georg-von-Poděbrad-Platz ist ein wahres architektonisches Juwel, das den Charme der Renaissance mit majestätischer barocker Eleganz verbindet. Ursprünglich als Renaissancebau errichtet, wurde es im 18. Jahrhundert einem umfassenden barocken Umbau unterzogen, der ihm eine neue Dimension und einen neuen Charakter verlieh. Im 19. Jahrhundert folgten weitere bauliche Umgestaltungen, und im 20. Jahrhundert wurde das Haus mit dem Nachbargebäude verbunden und zu modernen Büroräumen umgebaut.
Das Haus ist zweistöckig, verfügt über sechs Fensterachsen, ein Flachdach und typische Dachgauben, die ihm ein einzigartiges Aussehen verleihen. Seine schlichte, flache Fassade ist ein seltenes Beispiel für den Wiener Barock, der auf tschechischem Gebiet nicht oft zu sehen ist. Die Fassade ist verputzt und mit Gitterfeldern oberhalb und unterhalb der Fenster verziert, was dem Gebäude ein stilvolles und elegantes Aussehen verleiht. Die Fensterrahmen aus Stein werden durch flache Fensterbänke und Supraporten ergänzt, während die Dächer mit charakteristischen Dachgauben geschmückt sind.
Senkrecht zum Hauptteil im Innenhof befindet sich ein glatter Flügel mit rechteckigen Fenstern, die im Hauptteil durch flache Fensterlaibungen zusammengefasst sind. Im Erdgeschoss dominiert ein frühbarockes Portal aus rötlichem Sandstein, das die Besucher willkommen heißt und dem Gebäude ein majestätisches Aussehen verleiht.
Die Geschichte dieses Hauses reicht bis ins Jahr 1508 zurück, als es bis zum Jahr 1543 im Besitz von Hans Cramer war. Anschließend wechselte das Haus mehrmals den Besitzer, darunter Erhard Zerer, Clement Püchelberger und dessen Miteigentümer Andreas Püchelberger sowie Hans Balthasar Herttenberger. Im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts diente das Haus verschiedenen Zwecken und erlebte zahlreiche Veränderungen.
Im Jahr 1623 verkauften seine Erben das Haus an die Stadtgemeinde, die es zur Erweiterung des Rathauses nutzte. Im Jahr 1697 erwarb die Gemeinde das Haus und ersetzte es durch das „obere neue Rathaus“, womit sie zur weiteren Entwicklung der städtischen Architektur beitrug. Im Laufe der Jahre wechselte das Haus erneut mehrmals den Besitzer, unter anderem ging es in den Besitz des Bürgermeisters Johann Christoph Brusch von Neuberg und von Antonio Brentano über.
Insbesondere in den Jahren 1712–1735, als das Haus im Besitz von Antonio Brentano war, ereignete sich ein bedeutendes Ereignis. Am 23. Juli 1721 wurde im Gastraum von den versammelten Ständen von Cheb die Pragmatische Sanktion anerkannt. Diese Sanktion war ein Schlüsseldokument, das die Privilegien von Cheb im Rahmen des Heiligen Römischen Reiches bestätigte und sicherte. Die Pragmatische Sanktion war von grundlegender Bedeutung für die Wahrung der rechtlichen und verwaltungstechnischen Vorrechte der Stadt Cheb, was zu ihrer stabilen Entwicklung und zum Schutz der lokalen Interessen beitrug. Die Annahme dieses Dokuments im Rathaus unterstreicht dessen historische Bedeutung und Rolle für die Entwicklung der Stadtverwaltung und des Rechtssystems in der Region. Das Protokoll über diese Anerkennung wird heute sorgfältig im Stadtarchiv aufbewahrt und stellt eine wichtige Quelle für die Erforschung der lokalen Geschichte dar.
Dank sorgfältiger Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten hat das Haus seinen historischen Wert und seine ästhetische Schönheit bewahrt. Auch wenn das Erdgeschoss durch große Schaufenster umgestaltet wurde, bleibt die Hauptfassade mit ihren Dachgauben und Gitterelementen ein markantes Symbol für architektonische Eleganz und reiche Geschichte. Dieses faszinierende Haus schmückt nicht nur das Stadtbild, sondern erzählt auch die Geschichte der Generationen, die es gepflegt und sein einzigartiges Erscheinungsbild geprägt haben.
Quelle: https://pamatkovykatalog.cz/mestansky-dum-20579817 ↗
Quelle: http://encyklopedie.cheb.cz/cz/Enzyklopädie/Dum-Brentano ↗
Fotoquelle: https://mapy.cz/s/kugasuvofo
Ein prächtiges Haus, das ich leider nicht fotografiert habe, weshalb ich mir erlaubt habe, ein Foto davon zu entlehnen.
Eindrücke vom Besuch · Miroslav Vytiska


