Die Geschichte dieses Ortes
Im Dorf Bor stand einst ein malerisches bäuerliches Anwesen, dessen Ursprünge mindestens bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreichen, wie eine erhalten gebliebene Katasterkarte aus den Jahren 1824–1843 belegt. Möglicherweise war das Gebäude noch älter, da es zu jener Zeit offenbar bereits seit einiger Zeit bewohnt war. Es wurde im Egerländer Volksbaustil errichtet und bildete einen typischen geschlossenen Bauernhof mit einem eingeschossigen gemauerten Wohnhaus, dessen hohes Satteldach mit verbretterten Giebeln abschloss. Daran schlossen sich drei Wirtschaftsgebäude sowie eine zweigeschossige Blockscheune mit Fachwerkgiebel an, die vom handwerklichen Können und ästhetischen Empfinden der damaligen Bewohner zeugten. Wie das gesamte Dorf Bor, das im selben traditionellen Stil erbaut war, entging leider auch dieses Anwesen nicht dem Schicksal des Grenzgebiets nach dem Krieg. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde es rücksichtslos abgerissen; mit ihm ging auch ein großer Teil des volkskundlichen Kulturerbes unwiederbringlich verloren, das über Jahrhunderte den unverwechselbaren Charakter der hiesigen Landschaft mitgeprägt hatte. Heute sind an dieser Stelle nur noch schwindende Spuren des einstigen Hofes zu finden, die still vom Leben und von der Arbeit der Vorfahren erzählen, die diesen Ort einst erfüllten.
Fotoquelle: http://www.zanikleobce.cz/index.php?obec=5375
Ein einst malerisches Gehöft, das heute leider nicht mehr existiert.
Eindrücke vom Besuch · Miroslav Vytiska


