Die Anchorite-Heiligtümer sind metallene Riesen von etwa zwölf bis fünfzehn Fuß Höhe, lebende Kriegsaltäre, die nahezu völlig unempfindlich gegenüber jeglicher Beschädigung sind, mit einem rauchspeienden Dieselmotor und Rohren, aus denen Gebete erklingen. Das Innere eines Anchoriten ist mit Stacheln und spitzen Haken übersät, sodass der Mönch-Pilot in einem ständigen Zustand der Qual lebt und sich an seinem Schmerz erfreut, um so leiden zu können, wie einst sein Herr gelitten hat. Das Äußere ist mit Ikonen, heiligen Reliquien und Gebetsrollen geschmückt, jeweils gemäß den Traditionen der Pilgersekte, der der Anchorite dient.
Die ersten Anchoriten wurden vor langer Zeit im Festungskloster Velehrad in Großmähren gebaut. Unter der Führung des Heiligen Methodius wurden mehrere hundert dieser Kampfmaschinen gebaut, doch heute ist diese Kunst verloren gegangen, da das Kloster von einer Infiltrationseinheit des Todeskommandos des Dämons Marchosios zerstört wurde.
Spätere Innovationen der Maschinenbau-Gießerei in Nova Antiochia führten zur Entwicklung der „Maschinenrüstung“ – eines deutlich kleineren, aber beweglicheren persönlichen Schutzanzugs, der auf dem Design des Anchoriten basiert. Die Pilgerprozessionen haben jedoch keinen Zugang zu diesen Wundern der modernen Technik und sind auch nicht daran interessiert, auf ihre „Anchoriten“ zu verzichten, die sowohl als furchterregende Kriegsmaschinen als auch als mobile Heiligtümer dienen, die den Mittelpunkt der Gebete und der Hingabe der Pilger bilden.
Ein Pilotmönch oder eine Pilotnonne verlässt, sobald er bzw. sie in das Amt eingeführt wurde, den Anchoriten-Tempel bis zu seinem bzw. ihrem Todestag nie mehr. Sobald sie im Kampf (oder in Ausnahmefällen durch Altersschwäche) fallen, werden ihre sterblichen Überreste ehrfürchtig geborgen und Teile ihrer Körper in Reliquienbehältern aufbewahrt, die auf dem Anchorit untergebracht sind. Jede dieser Kriegsmaschinen ist somit ein Zeugnis ihrer langen Geschichte des Kampfes gegen die Mächte der Hölle.
Im Kampf trägt jeder Anchorit ein großes Brechrad aus Adamant und einen riesigen Knochenbrecher-Keule, um Gottes Zorn über Sünder, Ketzer und Abtrünnige zu bringen. Als Zeichen der Frömmigkeit und Buße ist es gängige Praxis, dass sich Schützengrabenpilger oder stigmatisierte Nonnen freiwillig auf dem Rad brechen lassen und in ihrer letzten Schlacht auf diesem Hinrichtungsinstrument dienen, als Zeichen ihrer Bereitschaft, für ihre Sünden zu leiden, und als geistlicher Schutz, den ihr Opfer den Anachoriten angeblich gewährt. Die Kirche billigt diesen Brauch nicht, doch am Vorabend jeder Schlacht strömen die Pilger zu ihren Anchoriten in der Hoffnung, dass ihnen die Ehre zuteilwird, auf dem Rad zu sterben.
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