Unauffällige Priester mit langen Gewehren – oder, wie man sie häufiger nennt, Scharfschützenpriester – bilden eine ganz andere Gruppe als die gewöhnlichen Diener der Kirche. Während viele dieser Verteidiger des Glaubens danach streben, den Feinden des Himmels in den Schützengräben von Angesicht zu Angesicht gegenüberzutreten, sucht der Scharfschützenpriester kein feuriges und höllisches Spektakel, bei dem er seine Feinde mit bloßen Händen besiegen würde. Als Meister ihres tödlichen Handwerks töten sie ihre Feinde aus der Ferne mit unfehlbar präzisen Schüssen aus ihren sorgfältig gefertigten Gewehren. Was diese Krieger Gottes jedoch von anderen Scharfschützen im Krieg gegen die Hölle unterscheidet, ist die Tatsache, dass sich jeder von ihnen im Rahmen seiner Hingabe rituell selbst geblendet hat, um sich auf den Empfang des Schwarzen Skapuliers des Leidens vorzubereiten.
Auch wenn es absurd erscheinen mag, dass sich ein Scharfschütze einer solchen Verstümmelung unterzieht, so verstehen doch jene wenigen Menschen, die Priester-Scharfschützen in Aktion erlebt haben, dass das Sehen für sie eine Last ist, eine sinnliche Ablenkung, die den Geist mit weltlichen Sorgen trübt und die Reinheit jedes Schusses beeinträchtigt. Der Glaube des Priester-Scharfschützen leitet seine Schüsse, macht verborgene Ziele sichtbar und garantiert praktisch einen tödlichen Treffer. Jeder Schuss ist ein eigenständiges Wunder, ein Segen des Charismas, eine der außergewöhnlichen Gnaden, die der Heilige Geist den Gläubigsten zum Wohle anderer gewährt. Viele verschiedene Charismen wurden von der Kirche in den Paulusbriefen dokumentiert und kategorisiert, doch die Gaben der Prophezeiung werden besonders von Scharfschützenorden gepflegt, die ihre Anwärter in selbstlosem Streben nach altruistischen Taten schulen, damit sie sich als dieser Gaben würdig erweisen. Diejenigen, die auf diese Weise vom Heiligen Geist gesegnet sind, müssen sich dann für einen Tag von ihren Mitbrüdern zurückziehen, um nach Sonnenuntergang mit Augen zurückzukehren, die vom „oculus fidelis“ durchbohrt sind, einer rituellen, zur Erblindung dienenden Klinge, die von den Handwerkern ihres jeweiligen Ordens angefertigt wurde und ihnen den Zugang zur wahren Kraft ihres treuen Blickes ermöglicht.
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