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Die ketzerischen Chorsänger

Von Jugend an wird allen Ketzern beigebracht, dass der tyrannische Gott YHWH Gehorsam verlangt, doch es gibt immer wieder mutige Seelen, die sich dem Joch der göttlichen Unterdrückung widersetzen. In ihrer bitteren Wut begehen diese unerschrockenen Menschen rituellen Selbstmord, um dem Despoten damit ins Gesicht zu spucken, denn sie wissen, dass sie außer diesem kleinen Akt der Rebellion nicht die Kraft haben, ihm Schaden zuzufügen.

Selbstmord ist eine Todsünde, und sich für den Ruhm der Hölle zu opfern, ist eine noch größere Beleidigung Gottes. Manche Ketzer wurden mit der Gabe einer klangvollen Stimme geboren, haben jedoch kaum Aussichten auf einen Aufstieg in den Rängen. Wer entschlossen ist, sich hervorzutun, kann dennoch den dunklen Weg einschlagen und Chorist werden.

Solche Bittsteller begeben sich zu einem der schwarzen Altäre in den ketzerischen Wohnstätten am Grund tiefer, umgekehrter Pyramiden ähnlicher Tempel, die den größten Erzdämonen geweiht sind. Dort hüllen sie sich in dunkle Gewänder der Hingabe, legen sich auf den Altar und verstümmeln sich zu Tode, indem sie unreine Runen in ihren Körper ritzen. Je mehr Wunden sie vor ihrem Tod erleiden, desto mehr soll ihr Opfer gefallen. Die Frommsten schneiden sich die Kehle durch und versuchen, so tief wie möglich zu schneiden, bevor ihr elendes Leben sie verlässt.

Die meisten dieser Unglücklichen landen im Feuersee, doch einige werden nach neun Tagen als Chorsänger wiedergeboren. Ihre toten Körper erheben sich wieder, vollenden ihre schreckliche Hinrichtung und heben ihre abgetrennten Köpfe empor, die nun die Hymnen singen, die sie in der Hölle gelernt haben. Aus ihren eigenen Wunden sprudelt kaltes Blut, das teuflische Symbole bildet und sich so verändert, dass es den Worten ihres gottlosen Chorals entspricht. Angetrieben von einem Ruf, den kein Lebender hören kann, streben sie zur Frontlinie und schließen sich einer ketzerischen Kampfgruppe ihrer Wahl an.

Während ihre abgeschlagenen Köpfe ihre qualvollen Hymnen singen, erfüllen sich die Gedanken ihrer Feinde mit Visionen aus den Abgründen der Hölle, was die Entschlossenheit und Kraft jener Unglücklichen schwächt, die das Pech haben, den schrecklichen Gesang der Choristen zu hören. Ihre Hymnen sind oft das Erste, was Neulinge auf dem Schlachtfeld erleben, wenn ihre unreine Stimme durch die Schützengräben hallt und die endlose Prophezeiung vom endgültigen Sieg der Hölle über den Himmel verkündet.

Das große Militärhospiz in Neu-Antiochia verfügt über einen eigenen Flügel für diejenigen, die sich nie von Choristos’ Klagelied erholt haben, deren Geist für immer in der Vision der ewigen Verdammnis gefangen ist, an ihre eisernen Betten gefesselt, schreiend nach der Welt, die kommen wird, wenn alles von Dunkelheit bedeckt ist, die nur von ewigen Flammen erhellt wird.


Quelle:https://www.trenchcrusade.com/lore/

Die ketzerischen Chorsänger
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