Wir blieben im Schützengraben versteckt, als unter dem drückenden, bleiernen Himmel ein Hornsignal ertönte. Wir warfen verstohlene Blicke aus den Augenwinkeln darauf, denn wir hatten schon längst gelernt, dass man solche Dinge nicht direkt ansehen darf. Trotzdem haben wir es gesehen. Ein Engel stieg in einem lodernden Lichtstrahl vom Himmel herab und sprach mit einer Stimme wie Donner.
Diese Worte waren weitreichend und unverständlich, als würde man nur einen Ausschnitt einer titanischen, verschütteten Maschine erblicken und versuchen, ihren längst vergangenen Zweck zu begreifen. Unsere Gedanken zerschellten an der Oberfläche dieser Worte und ließen uns nach Luft ringen; wir konnten eine solch unerbittliche Reinheit nicht ertragen.
Ich starrte fassungslos auf meine Freunde, die sich in den Schlamm stürzten. Sie krochen wie Würmer und stießen die verzweifeltsten Laute aus. Einer von ihnen schlug seinen Kopf gegen einen Holzpfahl, bis davon nur noch eine glatte, rote Höhle übrig war, übersät mit abgebrochenen Zähnen. Der andere umklammerte schreiend seine Dienstpistole und schoss immer wieder auf sich selbst.
Ich kletterte aus dem Graben heraus, überwand die Sandsäcke und Kreuze, und die Worte des Engels erfüllten meinen Kopf mit einem dröhnenden Druck, der mir die Augen aus den Höhlen treiben ließ. Ich fiel auf die Knie, verneigte mich, und als ich in das gleißende, alles überragende Licht starrte, spürte ich nicht einmal, wie mir der Kopf brannte.
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